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ISBN 978-99989-1-920-4

Die unsichtbare Nation
Politik,Entwicklung und Eigene-Welt-Denken der Mennoniten im paraguayischen Chaco

Autor:Dürksen Unruh, Marvin
Editorial:Dürksen Unruh, Marvin
Materia:Historias de casos
Público objetivo:General
Publicado:2026-08-14
Número de edición:1
Número de páginas:474
Tamaño:16.5x25cm.
Precio:Gs 0
Encuadernación:Tapa blanda o rústica
Soporte:Impreso
Idioma:Alemán

Reseña

Viele deutschstämmige Mennoniten wanderten in den 1920er Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion aus, desillusioniert vom aufkommenden Kommunismus, die Angst des russischen Bürgerkrieges noch im Nacken. Dabei kam es 1929 in Moskau zum sogenannten Kolonistendrama, weil Deutschland und Kanada ihre Grenzen für die Flüchtlinge zunächst geschlossen hielten. Als Berlin unter dem Druck der öffentlichen Meinung schließlich die Grenze öffnete, hatten die Bolschewisten die Gelegenheit genutzt und die Mehrheit der Ausreisewilligen
bereits deportiert. Eine Minderheit der Flüchtlinge siedelte im paraguayischen Chaco an, wo es schon eine Mennonitenkolonie gab.
In Süd- und Mittelamerika gibt es heute zahlreiche konservative, gemäßigte und fortgeschrittene Mennonitenkolonien. Obwohl sie von Land und Leuten großzügig aufgenommen wurden, geht es in ihren Siedlungen manchmal auffallend engherzig zu. Mit Grundfreiheiten tun sie sich schwer, Missstände dürfen das Ansehen der Kolonie als höchstes zivilreligiöses Gut nicht beeinträchtigen. Die
Siedlungen erscheinen wie ein Ausnahmeraum mit eigenen Regeln mitten im demokratischen Rechtsstaat und werden heute mit immer mehr Herausforderungen konfrontiert, die das Potenzial haben, ihre Grundfesten zu erschüttern.
Im paraguayischen Chaco entstanden die Mennonitenkolonien Menno, Fernheim und Neuland mitten im angestammten Lebensraum des Enlhet-Volkes, das ihre treue und beständige Arbeitskraft wurde, zusammen mit anderen später indigenen Völkern und Personen aus der nationalen Bevölkerung.
1993 stiegen die Kolonisten in die Landespolitik ein, auch wenn dies ihrem traditionellen Narrativ widersprach. Ab 2006 machten die Kolonien ihre Siedlungszentren zu öffentlichen Stadtgemeinden, ein Meilenstein im Umgang mit anderen Bevölkerungsgruppen. Heute sind die Siedlungen mit ihren zahlreichen Erzeugnissen und Dienstleistungen, ausgerichtet auf eine breite Agenda für den allgemeinen Fortschritt, überall im Land sichtbar. Doch die rasante Entwicklung in der Region und die damit verbundenen sozialen Ungleichheiten bleiben eine Herausforderung für eine gemeinsame Zukunft im Chaco

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